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Email an FAU TechFak Professorinnen und Professoren

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bin Professor in der Informatik an der FAU. Mit dieser Email möchte ich Ihnen anbieten:

  1. für Sie und mit Ihnen Software für Ihre Projekte zu entwickeln und
  2. mögliche resultierende studentische Softwareproduktstartups zu begleiten.

Lassen Sie mich mein Anliegen erläutern.

Softwareprojekte

Ich vermute, dass bei Ihnen wie überall viel Softwareentwicklungsbedarf besteht. Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, sind studentische Projekte in der Lehre. Bei uns läuft es folgendermassen:

Die Hauptlehrveranstaltung heisst AMOS. Sie wird als ein semesterlanges Projekt im Master-Studium Informatik angeboten. Mehrere Monate vor Semesterbeginn bewerbe ich das Projekt bei meinen Industriepartnern. Diese äussern ihre Wünsche. Passt ein Projekt, verlange ich einen kleinen, aber nicht trivialen Geldbetrag, um sicherzustellen, dass der Industriepartner es ernst meint. Kommt das Projekt zustande, leiten wir die Projekte auf Informatik-Seite an und der Industriepartner begleitet das Projekt mit fachlichen Anforderungen.

Mein Angebot ist, jetzt auch Projekte von Ihnen statt nur von meinen direkten Industriepartnern entgegenzunehmen. Sie müssten dazu jeweils Industriepartner mitbringen, welche ein Softwarebedürfnis haben. Während ich diese Lehrprojekte als Einzelprojekte bewerbe, vermute ich, dass es für Sie mehr Sinn machen wird, die Softwareentwicklung als Komponente in Doktorandenprojekten unterzubringen. Somit stellt es einen zusätzlichen Wert dar, den Sie anbieten können, und der ggf. Ihr Gesamtangebot an einen Industriepartner attraktiver macht. Das muss aber nicht sein; vielleicht sind ja auch kleine Einzelprojekte für Sie so interessant wie für uns.

Lehrinformation zu AMOS: http://osr.cs.fau.de/teaching/ss2014/amos/
Projekteindrücke: http://osr.cs.fau.de/category/courses/specific/amos/
Alte und aktuelle Projekte: http://osr-amos.cs.fau.de

Randbedingungen

Ich wähle Projekte danach aus, ob sich Startups daraus ergeben können. (Wir sind bisher immer übersubskribiert gewesen.) Dies hat verschiedene Konsequenzen:

  1. Es wird Open-Source-Software entwickelt. Der Industriepartner erhält keine Exklusivrechte, lediglich ein einfaches Nutzungsrecht. Er sollte auch keine Betriebsgeheimnisse einbringen.
  2. Wenn Sie an Ihrem Projekt (als Professur/Lehrstuhl) signifikantes geistiges Eigentum haben, dass sie nicht einfach einer Startup mitgeben wollen, sollten Sie mich vorher darauf ansprechen.
  3. Teams werden aus Softwareentwicklern und Produktmanagern zusammengestellt, welche unternehmerisches Interesse signalisiert haben.
  4. Weitere Lehrveranstaltungen begleiten Team-Bildung und Entwicklung von Fachkompetenz bzgl. Softwareproduktentwicklung.

Punkt 1. mag einschränkend erscheinen, hat aber für uns bisher keine ernstzunehmenden Probleme bereitet.

Auch in der Informatik sind die Studierenden knapp, so dass ich Sie jeweils bitten würde, etwaige Projekte unter Ihren Studierenden zu bewerben. Ich würde dann Informatiker und Wirtschaftsinformatiker in der Teambildung dazustellen, so das technische und fachliche, Management- und Ingenieurskompetenzen zusammenkommen. Wir stellen weiterhin Prozessbegleitung und -betreuung sicher.

Ich habe dieses Konzept in einem Testprojekt mit einem Maschinenbau-Lehrstuhl dieses Semester das erste Mal probiert und es funktioniert sehr gut.

Studentische Ausgründungen

Wir bemühen uns um unternehmerisch denkende Studierende im Master-Studium. In einer Kombination von Lehrveranstaltungen, Abschlussarbeiten, und technisch/fachlicher/Management-Betreuung führen wir die Studierendenteams, so sie wollen, aktiv auf Startups hin.

Den oben geschilderten AMOS Projekten kommt eine kritische Bedeutung zu. Ein AMOS Projekt führt zu folgendem:

  1. ein Team
  2. ein Produktprototyp
  3. ein erster potentieller Kunde

Das Signal des zahlenden Industriepartners ist nicht zu unterschätzen: Offensichtlich fehlt ihm etwas. Da wo es einem Industriepartner fehlt, fehlt es vielleicht auch anderen. Hier liegt die Marktchance für das Startup. Industriepartner, so unsere Erfahrung, lassen uns keine für sie zentralen Softwarekomponenten entwickeln—das machen sie lieber selbst. Sie lassen uns etwas entwickeln, was sie bevorzugt einkaufen würden und dieses Signal greifen wir auf.

Aus den Lehrprojekten, über Abschlussarbeiten, zur EXIST-Förderung und darüber hinaus begleiten und betreuen wir die Studierenden. Gern hätte ich Sie dabei, soweit Sie sich für unsere unternehmerischen Studierenden engagieren wollen.

Zeithorizont

AMOS findet immer im Sommersemester statt. Die nächste Chance, obiges Konzept auszuführen, wäre also das Sommersemester 2015. Da das ganze aber vermutlich bei Ihnen wie auch bei mir entsprechenden Vorlauf braucht, schreibe ich Ihnen schon jetzt.

Gern würde ich von Ihnen hören, wenn Sie sich eine Zusammenarbeit im geschilderten Sinne vorstellen können.

Ich verbleibe mit kollegialen Grüßen,

Dirk Riehle, dirk.riehle@fau.de